Abweichende und gleich bleibende Öffnungszeiten

Ein ganz großes Problem mit Öffnungszeiten von Geschäften ist mit Sicherheit, dass sie nur in den seltensten Fällen gleich bleiben. Zwar haben einige Geschäfte entdeckt, dass man mit verlässlichen und immer gleich bleibenden Zeiten die Kundschaft fixieren kann und verhindern kann, dass sie komplett verwirrt werden. Auf der anderen Seite gibt es in nicht wenigen Fällen auch wirtschaftliche oder arbeitstechnische Gründe, die gegen komplett regelmäßige Öffnungszeiten in der Arbeitswoche sprechen. Dies soll gleich in mehr Tiefe und mit der Hilfe von mehr Details und einigen Beispielen geklärt werden. Vorher ist es noch zu erwähnen, dass der Komplex rund um die Ladenzeiten einige Facetten hat, die hier auch erwähnt werden sollen.

Nicht jeder laden kann komplett autonom bestimmen, wann er offen ist und wann er zu hat. Nehmen wir zum Beispiel ein Restaurant am Strand. Sicherlich macht es hier keinen Sinn, den ganzen Winter über den Laden offen zu halten, nur weil man gerne zur Arbeit geht und wohl auch gern Geld ausgibt. Ein solches Konzept ist wohl bald in den Ruin getrieben, wenn man die wirtschaftliche Seite des Problems betrachtet. Hat aber nun das beste Restaurant am Strand direkt vorne an der Promenade, wo die ganze Familie noch letzten Herbst oder spät im Sommer aus Köstlichste diniert hat, auch bereits schon Ende April seine Tore und Türen für Besucher offen? Oder öffnet es gar erst zur Hauptsaison? Lässt es unter der Woche alle Viere gerade sein und hat nur am Wochenende auf? Dies alles sind schwierige Fragen und aufgrund des Geschäftsmodells demonstriert dieses Beispiel ganz gut, dass auch die Öffnungszeiten der meisten Betriebe, und das heißt, auch der Betriebe, die nicht nur saisonal arbeiten, eine ganz schon knifflige Angelegenheit darstelle können. Sicherlich gibt es auch auf der anderen Seite solche Betriebe, die ganz feste Öffnungszeiten nicht nur für jeden Tag in der Woche, sondern auch noch am Samstag ihren Kunden anbieten können. Ein oft vorkommendes Beispiel hierfür ist ein zentral in einer Großstadt positionierter Supermarkt. Oft haben solche Geschäfte geradezu ausladende Öffnungszeiten, die weit über das hinaus gehen, was vergleichbare aber kleinere Betriebe in der Branche zu leisten im Stande sind. Denn nicht jeder Supermarkt kann durchgehen von morgens um sieben bis abends um Mitternacht geöffnet haben, da muss man schon einen ganz ordentlichen Durchfluss an Waren haben, allein schon um das ganze Personal bezahlen zu können, das man auf diese Art und Weise beschäftigt.

Typische und untypische Öffnungszeiten

Wenn man über typische und untypische Öffnungszeiten redet, haben wir mit dem lange geöffneten Supermarkt wahrscheinlich schon ein Beispiel heran gezogen, was eher ins Extreme geht in Sachen Öffnungszeiten. Am anderen Ende des Spektrums stehen kleinere und kleinste Betriebe, die mit ganz wenig Personal auskommen müssen. Ist der Fleischer um die Ecke oder der Uhrmacher zum Beispiel in der Hand der Familie, können Papa, Mama zusammen mit den beiden Töchtern wohl kaum einen Schichtbetrieb rund um die Uhr organisieren. Das führt in solchen Fällen dann eben zu stark verkürzten Öffnungszeiten, was gut für die Belegschaft aber eher schwierig für die Kundschaft ist, die sich nämlich dann die Frage stellen muss, ob die halbe Stunde nach Feierabend noch reicht, um die Wiener Würsten vom Fleischer abzuholen oder gar die Uhr, bei der der Batterie ersetzt werden musste. Auf der anderen Seite ist zwar schon klar, dass diese Art von Einkaufen zwar eine gewisse Orientierung und Planung voraussetzt, aber sie ist auch irgendwie spannender als das Einkaufen in großen Zentren, in denen alle Produkte auf einmal zur Verfügung stehen. Das finden jedenfalls einige Leute ganz augenscheinlich, denn in allen anderen Fällen würden die kleinen Betriebe mit kürzeren Öffnungszeiten, die es ja wirtschaftlich bekanntlich jetzt schon schwer haben gegen die Großen, völlig untergehen und vernichtet werden, weil sie nicht mehr Konkurrenzfähig sein könnten. Lautet das wirtschaftliche Erfolgskonzept bei dem großen Supermarkt lange Öffnungszeiten und damit hohe Personalkosten, muss es durch einen größeren Umsatz kompensiert werden damit die Wirtschaftlichkeit des Betriebs gesichert ist. Wenn man allerdings auf kurze Stunden am Vormittag und Nachmittag setzt, kommt man unter Umständen mit nur einem Bruchteil des Personals aus und kann trotzdem schwarze Zahlen schreiben.

Durchgehend geöffnet ist eher die Ausnahme

Mit dem Supermarkt, der bis 24 Uhr geöffnet hat, haben wir bereits ein Beispiel aus dem extremen Bereich geschildert. Noch extremer sind da nur solche Geschäfte, die durchgehen geöffnet haben, was bedeutet, dass die Öffnungszeiten von 0 bis 24 Uhr gehen und immer jemand an der Kasse bereit steht, um ein Produkt zu verkaufen. Diese Fälle sind nun wirklich relativ selten und beschränken sich in der Regel auf viel frequentierte Tankstellen oder dergleichen, die die ganze Nacht lang Treibstoff auch für die Nachteulen anbieten, eben weil dies auch noch in den ruhigsten Stunden in der Nacht rentabel ist. Wie gesagt sind solche Geschäfte aber eher die Ausnahme, wobei doch geregelte und transparente Öffnungszeiten den Erfolg der meisten Geschäfte ausmachen. Denn ein durchgehend geöffnetes Geschäft muss auch genügend umsetzen, um im wirtschaftlichen Sinne am Leben zu bleiben. Das kann nun einmal nicht jeder dahergelaufene Betrieb leisten, das sollte wohl auch Anfängern der wirtschaftlichen Logik sofort klar werden. In diesem Sinne sind nicht nur die Kunden von den Öffnungszeiten der Geschäfte abhängig, sondern vielmehr die letzteren auch in Hinblick auf das solide wirtschaftliche Konzept.

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